Nationale und europäische Regelwerke und Richtlinien

Anmerkung: Bei den nachfolgenden Texten handelt es sich um Beschreibungen bzw. Auszüge aus den jeweiligen Richtlinien. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in den externen Links.

4-MS-Trinkwasser

4-MS-Trinkwasser (Verschärfte Grenzwerte für Blei)

Mit einer Übergangszeit von 15 Jahren reduziert die  Europäische Trinkwasserdirektive von 1998 den zulässigen Grenzwert  für Blei im Trinkwasser von vormals 50 auf 10 µg/L. Von diesen 10 µg/L dürfen 5 µg/L aus den Werkstoffen freigesetzt werden,   die in der Hausinstallation verbaut sind.  Zur Einhaltung dieser Anforderungen haben vier Mitgliedsstaaten der EU (4-MS) auf  Anforderung der EU-Kommission ein Regelwerk eingeführt,  demzufolge mit einer Übergangsfrist in allen Trinkwasser nur  noch Werkstoffe eingesetzt werden dürfen,  die auf einer amtlichen Positivliste aufgeführt sind.


Die 4MS beabsichtigen, ein gemeinsames bzw. unmittelbar vergleichbares Vorgehen für folgende Aspekte umzusetzen:

  • Die Feststellung der Eignung von Bestandteilen für die Verwendung in Materialien im Kontakt mit Trinkwasser
  • Die Prüfung der Materialien
  • Den Einsatz gemeinsamer Prüfverfahren und die Festsetzung von Prüfwerten
  • Die genaue Festlegung der Prüfungen, die für Produkte anzuwenden sind
  • Überprüfung der Eigenüberwachung der Hersteller im Werk und Festlegung von Anforderungen an die Fremdüberwachungsprüfung
  • Überprüfung der Eignung der Zertifizierungs- und Prüfstellen

Quelle: http://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/trinkwasser/trinkwasser-verteilen/anerkennung-harmonisierung-4ms-initiative

ELV-Directive

Altauto-Richtlinie ELV = (End of life vehicles)

Diese EU-Verordnung (End-of-Life-Vehicles) zielt auf die optimale Recyclefähigkeit von Altfahrzeugen.  Neben zahlreichen anderen  Randbedingungen enthält diese Verordnung Einsatzverbote für die Metalle Blei, Quecksilber, Cadmium und sechswertiges Chrom.  Diese werden unter Recyclingaspekten als problematisch angesehen. Betroffen hiervon sind nicht nur die reinen Metalle,  sondern auch Legierungen, die diese enthalten.  Insbesondere Blei wird in Stählen, Aluminium und Kupferlegierungen aufgrund seiner spanbrechenden, aber auch wegen zahlreicher anderer technologisch einstweilen unverzichtbarer Eigenschaften vielfach eingesetzt.  Für Kupferlegierungen besteht eine zeitlich befristete Ausnahmeregelung,  die in regelmäßigen  Abständen überprüft wird.  Das Deutsche Kupferinstitut  koordiniert auf diesem Gebiet im Auftrag der Automobil- und der kupferherstellenden Industrie relevante Forschungsaktivitäten.                                                 

REACH

Das europäische Chemikalienrecht  -  besser bekannt unter dem Acronym   „REACh“  -  regelt die Zulassung und das Inverkehrbringen von Chemikalien in der Europäischen Union.  Diese war bislang einzelstaatlicher Gesetzgebung unterworfen und wird seit 2007 durch REACh europaweit geregelt und harmonisiert.  Neben dem klassischen Fokus auf  - insbesondere  organische Chemikalien unterliegen alle Stoffe,  so auch Metalle,  dem Regelungsumfang dieser Verordnung.  Einige der für organische  Chemikalien auf molekularer Ebene zentralen Begriffe wie Persistenz können bei der Anwendung auf chemische Element,  wie Metalle es sind,  zu wenig zielführenden Regelungen führen.  Zudem sind hier neben anthropogenen Einflüssen auch geogene Hintergrundwerte zu betrachten.                                                           


REACH - was ist das?
Die Europäische Chemikalienverordnung REACH soll ein hohes Schutzniveau für Mensch und Umwelt sicherstellen. Gemäß REACH müssen Hersteller, Importeure und nachgeschaltete Anwender ihre Chemikalien registrieren und sind für deren sichere Verwendung selbst verantwortlich. Die Registrierungsunterlagen werden von den Behörden nur stichprobenartig inhaltlich überprüft. Ausgewählte Stoffe werden von den Behörden bewertet und ggf. einer Regelung zugeführt. Besonders besorgniserregende Stoffe kommen in das Zulassungsverfahren. Als weitere Regulierungsmöglichkeit sieht REACH das Instrument der Beschränkung vor. Schließlich enthält REACH Bestimmungen zur Informationsweitergabe in der Lieferkette und Auskunftsrechte für Verbraucher. Über ein Online-Formular können Verbraucher anfragen, welche besonders besorgniserregenden Stoffe sich in Alltagsprodukten befinden.

Quelle: http://www.reach-info.de/

Factsheet: Aufnahme von Blei in die REACH SVHC-Kandidaten Liste


Weitere Informationen finden Sie auch unter: http://www.reach-clp-biozid-helpdesk.de/de/Startseite.html

RoHS

Analog wie die bereits betrachteten Thematik  „ELV“ den Automobilsektor fokussiert,  befasst sich RoHS  mit Regelungen für den Bereich der Elektro- und Elektronikgeräte.  Neben den bei ELV bereits genannten Metallen stehen hier auch organische Chemikalien,  insbesondere solche  mit flammhemmenden Eigenschaften,  im Fokus.            


RoHS heißt "Restriction of certain Hazardous Substances", also Beschränkung einzelner gefährlicher Stoffe. Die neue Ausgabe von 2011 fordert eine CE-Kennzeichnung für entsprechende Produkte - was eigentlich alle elektrotechnischen Erzeugnisse betrifft!

Quelle: www.ce-zeichen.de/klassifizierung/rohs-richtlinie.html