Verarbeitungstechnik

Falztechniken

Falztechniken
Falztechniken

Die Hafte werden direkt an der Unterkonstruktion befestigt. Die Verbindung der Kupferbänder oder -tafeln untereinander erfolgt durch Zusammenfalzen, wobei die Hafte mit einbezogen werden. Diese Falzverbindungen werden heute meist unter Verwendung von Profilier-Falzschließmaschinen ausgeführt. Nur bei Detailarbeiten oder bei komplizierten Deckungen wird noch in traditioneller Weise handwerklich mit Falzeisen und Hammer gearbeitet.

Hafte

Die windsogsichere Befestigung der Kupferschare auf der Schalung erfolgt mittels Haften. Um die temperaturbedingten Dehnungsbewegungen der Dachhaut ohne Zwänge aufnehmen zu können, werden bei Deckungslängen über 3 m zweiteilige Schiebehafte außerhalb des Festhaftbereiches verwendet. Grundsätzlich ist dabei die Lage des Festhaftbereiches abhängig von der Neigung der Deckung. Bei steilen Dächern oder Außenwandbekleidungen ist der Fixbereich, der aus einteiligen Haften besteht, im oberen Bereich, bei flachen Neigungen in der Mitte, anzuordnen, um die Schiebelängen möglichst klein zu halten.

Querfalze

Die z.B. bei Tafeldeckungen erforderlichen Querfalze werden bei Dachneigungen über 25° als einfacher, über 7° als doppelter Falz ausgeführt. Bei Dachneigungen unter 7° ist der Querfalz mit einem Einhangstreifen zu versehen.

Traufen

Der Ausbildung der Traufen ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da ablaufendes Niederschlagswasser vom Dach immer über diesen Bereich geleitet wird. Im Allgemeinen, insbesondere bei Holzschalungen, ist die Verwendung einer um ca. 5mm abgesenkten Traufbohle üblich. Diese verhindert eine Aufdoppelung der Deckung durch das Traufblech und erlaubt die Befestigung der Rinnenhalter unabhängig von der Lage der Sparren.

Traufstreifen werden auf mindestens 3 mm Abstand an den Stößen aneinandergeschoben oder 20 bis 30 mm lose überlappt, um thermisch bedingte Längenänderungen zu ermöglichen. Die aufliegende Schar wird mit soviel Spiel in das Traufblech eingehängt, dass die Dehnungsbewegungen ohne Aushängen oder Hochziehen des Umschlages aufgenommen werden können. Die Verwendung einer Abstandsschablone ist hier zu empfehlen. Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, den Doppelstehfalz an der Traufkante auszubilden. Gerne wird auf das Umlegen des Falzes verzichtet, weil die Querdehnung der Schare dann nicht behindert wird. Die Sicherheit gegen eindringende Regentropfen ist in Verbindung mit dem Traufstreifen gegeben.

In der Skizze bedeuten:

1 - Stehfalzdeckung
2 - Trennlage
3 - Traufblech
4 - Schalung

Kehlen

Die Ausführung von Kehlen ist abhängig von ihrer Länge und dem Gefälle, das immer geringer ist, als die Neigung der zugehörigen Dachflächen. Da die Kehlen den Längsdehnungsbewegungen der einlaufenden Dachflächen ausgesetzt sind, müssen die Anschlüsse entsprechend ausgeführt werden. Dies ist bei vertieften Kehlen sowie bei Kehlen mit Einhangfalz gegeben. Eine Kehle mit beidseitig eingefalzten Dachscharen kann nur eine begrenzte Dehnung aufnehmen und ist deshalb nur für kurze Scharlängen bis 3 m geeignet.

Ortgang

Die Höhe der Aufkantung ist abhängig von Wind- und Regenbeanspruchung sowie der Ausführung von Form und Höhe des Daches. In der Regel ist eine Aufkantung von 40-60 mm sinnvoll. Zur Vermeidung von Ablaufspuren sollte der Überstand der Tropfkante ebenfalls mindestens 40-60 mm betragen. Der Ortgang gehört mit zum Rand- und Eckbereich und ist entsprechend zu befestigen. Sichtbare direkte Befestigungen sind unzulässig. Bei der Auswahl eines Ortgangdetails muss die Ausbildung an First und Traufe stets mit berücksichtigt werden.

Wandanschluss

Anschlüsse an höher geführte Bauwerksteile werden bei nicht belüfteten Konstruktionen mit Wandanschlussschienen ausgeführt Sie sind mindestens 150 mm über die Dachfläche zu führen und regensicher zu verwahren. Bei Dachneigungen %u2265 5° beträgt die Aufstellhöhe mind. 100 mm.

Firstanschluss, Grat

Bei Firsten oder Graten ohne Entlüftung wird der Firstfalz ca.40 mm hoch aufgestellt. Die Längsfalze werden versetzt zueinander eingeführt, um Knotenbildungen zu vermeiden. Möglich ist auch die Anordnung einer Leiste.

Bei Firstanschlüssen mit Entlüftung sollte die Höhe der Aufkantung mindestens 100 mm betragen.

Abdeckungen

Mauer, Attika, Gesimsabdeckungen, Fensterbänke usw. aus Kupfer sollten ein ausreichendes Gefälle zu einer Seite sowie einen Überstand der Tropfkante von 40-60 mm von den zu schützenden Bauteilen aufweisen. Da auch sie den thermischen Längenänderungen unterliegen, müssen sie entsprechend längsverschiebbar mit Haften oder Haftstreifen indirekt befestigt werden. Bei Längen über 8 m, von Ecken aus gemessen 4 m, sind die Stöße als Schiebenähte auszubilden, die entweder handwerklich angefertigt, oder aus industriell hergestellten Dehnungselementen bestehen können.