Einsatzbereiche Kupferrohre

Erdgas-Installation

Erdgas-Installationen sind nach DVGW-TRGI ‘Technische Regeln für Gasinstallationen‘ zu erstellen. Demnach sind für Gasleitungen Kupferrohre nach DIN EN 1057 und DVGW-Arbeitsblatt GW 392 bis zur Abmessung 267 x 3 mm zugelassen. Sie können nach der Hauptabsperreinrichtung sowohl für freiverlegte und erdverlegte Außenleitungen, als auch für Innenleitungen verwendet werden.

Für das Verbinden von Kupferrohren in der Gas-Installation gilt DVGW-Arbeitsblatt GW 2. Danach ist das Weichlöten von Gasleitungen verboten. Es kann hartgelötet oder gepresst werden, ferner können Kupferrohre für die Gasinstallation unter Berücksichtigung der Mindestbiegeradien nach DVGW-Arbeitsblatt GW 392 mit geeigneten Werkzeugen gebogen werden. Die fittinglose Arbeitstechnik darf nur auf die Muffen-Verbindung gleichen Durchmessers angewendet werden. T-und/oder Schrägabgänge sowie Reduzierungen sind mit Fittings auszuführen.

Rohrleitungen aus Kupfer für frei- und erdverlegte Außenleitungen müssen mit einem äußeren Korrosionsschutz versehen sein. Zugelassen sind sowohl Rohre mit werkseitiger Kunststoffumhüllung, als auch Rohre mit nachträglichem Korrosionsschutz (Korrosionsschutzbinden, Schrumpfschläuche), wenn für beide Fälle die Anforderungen der DIN EN 12068 erfüllt sind (bauaufsichtliche Zulassung erforderlich).

Der Zusammenbau von Kupfer mit anderen Werkstoffen ist in der Gas-Installation unproblematisch. Die verschiedenen, nach DVGW-TRGI zugelassenen Werkstoffe dürfen in beliebiger Reihenfolge eingebaut werden.

Erdgasleitungen nach TRGI sind mit Luft oder einem inerten Gas wie z.B. Stickstoff oder trockenem Kohlendioxid (niemals jedoch Sauerstoff!) zu prüfen. Vorprüfung, Hauptprüfung und die erforderliche Anzeigegenauigkeit der Messgeräte sind in der TRGI eindeutig festgelegt. Die ZVSHK-Betriebsanleitung ‘Gasinstallationen‘ enthält ein Formular eines Druckprobenprotokolls. Die Inbetriebnahme ist ebenfalls in TRGI geregelt.

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Flüssiggas-Installation

Flüssiggasanlagen werden nach Druckbehältervolumen, Betriebsdruck der Rohrleitungen sowie Aggregatzustand des Gases in den Rohrleitungen unterschieden. Je nach Anlagentyp werden auch unterschiedliche Anforderungen an den Einsatz von Kupferrohren gestellt.

Generell gilt: Als Rohrverbinder können in allen Flüssiggasanlagen analog zu Erdgassystemen u. a. Kapillarlötfittings, DVGW-geprüfte Pressfittings und Glattrohrverbinder nach DIN 3387-1 eingesetzt werden. Die jeweils ggf. geltenden Einsatzbeschränkungen sind hierbei zu beachten.

Z. B. ist in Flüssiggas-Installationen als Lötverbindung nur das Hartlöten zulässig. Lötverbindungen können bis zur Abmessung 35 mm ausgeführt werden - größere Abmessungen sind zu schweißen. Sämtliche Lötverbindungen sind unter Verwendung von Kapillarlötfittings nach EN 1254 auszuführen.
Das Kaltbiegen ist unter Beachtung der in DVGW GW 392 aufgeführten Mindestbiegeradien ebenfalls gestattet.

Bezüglich der Verlegung, Installation und des Korrosionsschutzes von Flüssiggasleitungen sind die Anforderungen der TRGI analog anzuwenden.

Die durch den Anlagenersteller vor der Abnahme und Inbetriebnahme durchzuführende Festigkeitsprüfung (Druckprüfung) hat nach TRF mit dem 1,1-fachen des zulässigen Betriebsüberdruckes, mindestens aber mit 1,0 bar, unter Einbeziehung aller Ausrüstungsteile (jedoch ohne Druckregler und Gaszähler) mittels Luft oder Inertgas zu erfolgen. Hinweise zur je nach Anlagentyp notwendigen Abnahme der Anlagen durch Sachkundige oder Sachverständige sind im Detail der TRF zu entnehmen.

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Öl-Installation

Für die Erstellung und den Betrieb von Heizölanlagen sind nach DIN 4755 (Technische Regel Ölfeuerungsinstallation) und TRÖl (Technische Regeln Ölanlagen) Kupferrohre für Heizöl EL zugelassen. Es dürfen nur Rohre nach DIN EN 1057 in den Festigkeitszuständen R220 und R250 (weich und halbhart) mit RAL-Gütezeichen verwendet werden.
Sie können unter Verwendung von Kapillarlötfittings oder Klemmringverschraubungen nach DIN EN 1254 ohne weiteren Eignungsnachweis eingesetzt werden. Für Pressfittings muss eine bauaufsichtliche Zulassung vorliegen. Lötverbindungen sind bis DN 25 (Rohrabmessung 28 mm) und PN 10 unter Verwendung von Kapillarlötfittings zugelassen, größere Abmessungen sind zu schweißen.

Als Lötverbindung ist in Heizölleitungen nur das Hartlöten gestattet. Als Lote und Hilfsstoffe können die im DVGW-Arbeitsblatt GW 2 aufgeführten Materialien verwendet werden.

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Thermische Solaranlagen

Kupferrohre und -fittings eignen sich u. a. durch ihre Temperatur- und UV-Beständigkeit in besonderem Maße für thermische Solaranlagen und die Verteilung des so erwärmten Wassers im Haus.

Hinsichtlich der Verbindungstechniken ist bei thermischen Solaranlagen zu beachten, dass bei den dort üblicherweise anzutref-fenden Temperaturen von > 110 °C auf das Weichlöten zu verzichten ist und eine andere zulässige Verbindungstechnik (z. B. Hartlöten, Klemmringverbindung, Pressen mit speziellem, hoch temperaturbeständigen Dichtelement) gewählt werden muss.

Detaillierte Informationen zu allen wichtigen Fragenstellungen sind im Informationsdruck i.160 – Die fachgerechte Installation von thermischen Solaranlagen‘ enthalten.

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Regenwassernutzungsanlagen

Die Verwendung von Kupferrohren und innenverzinnten Kupferrohren nach DIN EN 1057 und Fittings nach DIN EN 1254 bzw. DVGW-Arbeitsblatt W 534 in Betriebswasserleitungen von Regenwassernutzungsanlagen entspricht dem Stand und den Regeln der Technik.
Die Verarbeitung hat sich auch hier an den Vorgaben für Trinkwasser-Installationen zu orientieren, obwohl Regenwasser nicht als Trinkwasser genutzt werden darf.
Somit sind auch in Regenwassernutzungsanlagen die Vorgaben des DVGW-Arbeitsblattes GW 2 hinsichtlich Verbindungs- und Biegetechniken zu berücksichtigen.

In DIN 1989-1 (Regenwassernutzungsanlagen – Teil 1: Planung, Ausführung Betrieb und Wartung) sind konkrete Hinweise zu Planung, Bau, Betrieb und Wartung dieser
Anlagen gegeben.

Die Kriterien der DIN EN 12502-2 bzw. die Einsatzbereiche der DIN 50930-6 hinsichtlich der Verwendbarkeit von Kupfer und Kupferwerkstoffen im Trinkwasserbereich sind bei Regenwassernutzungsanlagen nicht anwendbar, da es sich nicht um Trinkwässer oder um trinkwasserähnliche Wässer handelt. Der Einsatz von Kupferwerkstoffen ist also ohne Einschränkung möglich.

Als Auffangflächen eignen sich sehr gut Metall-Dacheindeckungen. Hier sind insbesondere die hervorragenden Eigenschaften bei Dacheindeckungen mit Kupfer hervorzuheben: Hohe Lebensdauer und außerordentliche Korrosionsbeständigkeit gegen atmosphärische Einflüsse, gute Verarbeitbarkeit, harmonische Anpassung an andere Baustoffe durch natürliche Materialoberfläche und nicht zuletzt eine hohe Wirtschaftlichkeit durch geringe Unterhalts- und Reinigungskosten.

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Abwasser

Druckleitungen für Abwasserhebeanlagen sind nach DIN EN 12056-4 auszuführen. Nach der Norm wird unterschieden in fäkalienhaltige und fäkalienfreie Abwasserhebeanlagen.
Für fäkalienhaltige Abwässer sind Kupferrohre nach DIN EN 1057 geeignet; bei fäkalienfreien ist eine Einzelfallprüfung durch den Rohrhersteller notwendig. Druckleitungen können hart- und weichgelötet werden, außerdem können die anderen Verbindungstechniken des DVGW-Arbeitsblattes GW 2 sinngemäß angewendet werden.

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