Häufige Fragen

Rohrinstallation

Kann in Trinkwasserleitungen die 'Fließregel' (Kupfer in Fließrichtung nur hinter Stahl) durch Einbau von Trennstücken aus Kupferlegierungen umgangen werden?

Definitiv nicht!

In Trinkwasser-Installationen - nur hier liegt der für Korrosionsvorgänge generell benötigte Reaktionspartner Sauerstoff in ausreichendem Maße im Elektrolyt vor (gilt also nicht für Heizungsanlagen o. ä. !) - muss die sogenannte "Fließregel" eingehalten werden: Rohre aus Kupfer dürfen in Fließrichtung nur nach Rohren aus unedleren Werkstoffen wie z. B. verzinktem Stahl eingebaut werden, da sich die bei der Schutzschichtbildung in Kupferrohren in geringen Mengen in Lösung gehenden Kupferionen andernfalls auf dem Stahl anlagern könnten, was zu Lochkorrosion am Stahl führen würde.

Hierbei ist das Flächenverhältnis Kupfer/Kupferwerkstoff zu Stahl wichtig. Kleine wasserberührte Flächen wie z. B. in Armaturen geben naturgemäß weniger Metallionen ab als längere Rohrleitungen. Armaturen machen also keine Probleme, wie die übliche Verwendung von Messing als Armaturenwerkstoff in Stahlinstallationen beweist. Kupferrohre hingegen könnten unter ungünstigen Umständen jedoch Probleme am Stahl verursachen.

Logischerweise kann diese Korrosionsform, der sog. "kupferinduzierte Lochfraß" am Stahl, nicht durch Einbau eines "Trennstücks" verhindert werden, da das Wasser und somit auch die Kupferionen hindurchfließen können.

Weshalb gilt in Trinkwasser-Installationen ein Hartlötverbot für Kupferrohre bis 28 mm?

Untersuchungsergebnisse aus der Praxis haben gezeigt, dass Oxidfilme ("Zunder"), die infolge der Wärmebehandlung beim Hartlöten oder Warmbiegen bei Temperaturen >400°C auf der Innenoberfläche von Kupferrohren entstehen, unter besonderen Randbedingungen korrosionskritisch sein können. Aus diesem Grund sind in diesem Abmessungsbereich alternative Verbindungstechniken (z. B. Weichlöten, Pressen, Klemmen) anzuwenden.

Gilt das o. a. Hartlötverbot auch für andere Anwendungsbereiche?

Nein!
In Gasanlagen wird, wenn gelötet werden soll, das Hartlöten sogar zwingend gefordert. Ähnlich verhält es sich in Solaranlagen, bei denen eine besonders hohe thermische Belastung der Rohrverbindungen zu erwarten ist.

In Heizungsanlagen und anderen geschlossenen Systemen wie Solar- oder Kühlkreisläufen ist - im Gegensatz zu Trinkwasser-Installationen - durch das Hartlöten keine Korrosionsgefährdung zu erwarten, da der für Korrosionsvorgänge notwendige Sauerstoff in den Medien derartiger Anlagen nicht vorhanden ist. Hartlöten ist also auch hier möglich, wenngleich heute aufgrund ihrer einfachen Handhabung meist die Presstechnik angewendet wird.

Können Stahl- und Kupferrohre in Heizungsanlagen kombiniert werden?

Die VDI-Richtlinie 2035, Blatt 2 (Vermeidung von Schäden in Warmwasserheizungsanlagen; Heizwasserseitige Korrosion) legt eindeutig dar, dass Mischinstallationen mittels Kupfer & Stahl in Heizungsanlagen möglich sind.

Den Praktiker verwundert diese Aussage keineswegs: schließlich ist auch in Heizungsanlagen, die vollständig aus Kupferrohren und -fittings erstellt wurden, die Verwendung von Radiatoren, Kesseln und Aggregaten aus unlegiertem Stahl die Regel, ohne dass Schäden an Stahlbauteilen auftreten. Tausende von in Betrieb befindlichen und störungsfrei funktionierenden Anlagen belegen dies.

Sofern Korrosion in Heizanlagen (oder in vergleichbaren metallischen Rohrleitungssystemen wie Solaranlagen, geschlossene Kühlkreisläufe, usw.) überhaupt auftritt, handelt es sich durchweg um elektrochemische Prozesse.

Ist in Trinkwasserleitungen die gleichzeitige Verwendung von Kupfer und Edelstahl möglich?

An Bauteilen aus nichtrostenden Stählen tritt der sog. "kupferinduzierte Lochfraß", wie er bisweilen an verzinkten Stahlbauteilen beobachtet werden kann, nicht auf. Die Kombination der Werkstoffe Kupfer und nichtrostender Stahl ist in Trinkwasser-Installationen also problemlos möglich.

Diese Kombinationsmöglichkeit ist so auch im entsprechenden technischen Regelwerk verankert (z. B. DIN 1988; Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen).

Müssen bei weichen Kupferrohren "vom Ring" stets Stützhülsen verwendet werden?

Zunächst ist anzumerken, dass weiche Rohre nach dem rechtwinkligen Ablängen und dem für alle erhältlichen Rohrtypen obligatorischen Entgraten (Innen und Außen) zusätzlich Kalibriert werden müssen, um die erforderlichen Abmaße zu sicherzustellen. Nur so ist auch das Einbringen von ggf. erforderlichen Stützhülsen möglich.

Stützhülsen müssen bei weichen Kupferrohren nur verwendet werden, wenn Klemmringverschraubungen unterschiedlichen Typs zum Einsatz kommen (Klemmringfittings, Heizkörper-Anschlussgarnituren, o. ä.). Bei Pressverbindungen an weichen Kupferrohren sind generell keine Stützhülsen erforderlich. Auch bei weichdichtenden Ventilanschlüssen kann auf Stützhülsen verzichtet werden.

Darf man Kupferrohre in thermischen Solaranlagen weichlöten?

Bei der Erstellung von solarthermischen Anlagen ist zu beachten, dass die in den Rohrleitungen verwendeten Materialien und Werkstoffe in der Lage sein müssen, der höchsten Betriebstemperatur und dem höchsten Betriebsdruck (auch unter Stagnationsbedingungen) standzuhalten. Dies ist insbesondere bei thermisch hoch belasteten Bereichen der Verrohrung zu berücksichtigen.

Da Weichlote und Weichlotpasten, die nach Herstellerangaben dauerhaft Temperaturen von über 110°C standhalten, in Deutschland nicht angeboten werden, ist die Anwendung der Verbindungstechnik Weichlöten aufgrund der zu erwartenden hohen Temperaturen in modernen Solarkollektoren nicht zu empfehlen. Es sind also andere geeignete Verbindungstechniken (Hartlöten, Schweißen, Pressen oder Klemmen) anzuwenden.

Dürfen Kupferrohre in Gasleitungen handwerklich gebogen werden?

Halbharte und weiche Kupferrohre im Abmessungsbereich von 12 bis 28 mm können unter Einhaltung der im DVGW-Arbeitsblatt GW 392 genannten Mindestbiegeradien (s. a. "Einsatzbereiche/Gas-Installation") mittels Biegegeräten kalt gebogen werden.

Beim handwerklichen Biegen von weichen Rohren ohne Biegegerät ist als Mindestbiegeradius der 6- bis 8-fache Rohraußendurchmesser anzusetzen.