Lote, Flussmittel und Schweißzusätze

Um im Baustellenbetrieb Verwechslungen zu vermeiden, sollten in allen Bereichen der Kupferrohr-Installation stets Lote, Flussmittel und Schweißzusätze verwendet werden, die für den Einsatz in Gas- bzw. Trinkwasser-Installationen geeignet und zugelassen sind. Für Verarbeiter, Planer und Bauherren ergibt sich hieraus die dringende Empfehlung, nur gütegesicherte und DVGW-geprüfte Produkte zu verwenden.

Lote und Flussmittel für die Gas- und Trinkwasser-Installation

In Gas- und Trinkwasser-Installationen dürfen grundsätzlich nur Lote nach DVGW-Arbeitsblatt GW 2 verwendet werden.
Lote müssen mit dem Herstellerzeichen, der entsprechenden Norm und der Kurzbezeichnung des Lotes gekennzeichnet sein.
Flussmittel und Lötpasten müssen mit dem Herstellerzeichen, dem Flussmitteltyp bzw. dessen Kurzzeichen und der entsprechenden Norm gekennzeichnet sein.
Anhand der DVGW- bzw. RAL-Kennzeichnung ist die Eignung für Trinkwasser- bzw. Gasinstallationen zu erkennen. Flussmittel für Hartlötverbindungen tragen zusätzlich einen Hinweis auf die Tauglichkeit für Trinkwasser-Installationen.

Normen für Lote und Flussmittel:

  • DIN EN ISO 17672  Hartlöten; Lote
  • DIN EN 1045  Hartlöten; Flussmittel zum Hartlöten
  • DIN EN ISO 9453  Weichlote; Chemische Zusammensetzung und Lieferformen
  • DIN EN 29454-1  Flussmittel zum Weichlöten; Einteilung, Kennzeichnung und Verpackung
  • DVGW GW 2 Verbinden von Kupferrohren für Gas- und Trinkwasser- Installationen innerhalb von Grundstücken und Gebäuden
  • DVGW GW 7 Flussmittel zum Löten von Kupferrohren für Gas- und Wasserinstallationen

 

 

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Weichlöten

Weichlot nach DIN EN ISO 9453
Weichlot nach DIN EN ISO 9453

Das Weichlöten ist in der Gas-Installation nicht zulässig!

In der Trinkwasser-Installation sind zum Weichlöten ausschließlich bleifreie Zinnbasislote und wasserlösliche Flussmittel bzw. Lötpasten (Gemenge aus Flussmittel und pulverförmigem Lot) mit DVGW- und/oder RAL-Gütezeichen zu verwenden.
Beim Weichlöten müssen immer ein Flussmittel verwendet werden!

Weichlote nach DVGW GW 2 für die Trinkwasser-Installation:

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Weichlote nach DVGW GW 2 für die Trinkwasser-Installation:

Zusatz Bezeichnung Schmelzbereich Flussmittel
Weichlot S-Sn97Ag3 221-230°C 2.1.2 oder
  S-Sn97Cu3 230-250°C 3.1.1 oder
      3.1.2

Hartlöten

Zum Hartlöten in der Gas- und Trinkwasser-Installation kommen Kupfer-Phosphor- und silberhaltige Hartlote mit DVGW- und/oder RAL-Gütezeichen zum Einsatz.

Beim Einsatz von phosphorhaltigen Hartloten (‘CuP’) kann bei der Verbindung Kupfer-Kupfer auf den Einsatz eines Flussmittels verzichtet werden, da das Phosphor als Flussmittel wirkt. Im Gegensatz hierzu ist bei der Verbindung Kupfer-Messing oder Kupfer-Rotguss immer ein Flussmittel zu verwenden.

Der Einsatz der Hartlötung muss im Trinkwasserbereich entsprechend den Anforderungen des DVGW-Arbeitsblatts GW 2 (Hartlötverbot bis zur Rohrabmessung 28 mm einschließlich) erfolgen.

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Hartlote nach DVGW-Arbeitsblatt GW 2 für die Gas- und Trinkwasser-Installation:

Zusatz Bezeichnung Schmelzbereich Flussmittel
Hartlot CuP 179 710-890°C alle FH10
  CuP 279 645-825°C  
  AG 145 640-680°C  
  AG 134 630-730°C  
  AG 244 675-735°C  

Schweißen

Die Schweißverbindung wird an Kupferrohren im allgemeinen erst ab einer Rohrwanddicke von 1,5 mm angewendet. Flussmittel sind - zumal bei Schweißungen unter Schutzgas (WIG, MIG) - nicht unbedingt erforderlich, es können jedoch Flussmittel auf der Basis von Borverbindungen (FH 21 oder FH 30) verwendet werden. Auch hinsichtlich des Einsatzes der Schweißverbindung in Trinkwasser-Installationen sind die Vorgaben des DVGW-Arbeitsblatts GW 2 zu beachten.

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Schweißzusätze und Flussmittel für die Gas- und Trinkwasser-Installation:

Bezeichnung neu Bezeichnung alt Schmelzbereich Flussmittel
S Cu 1897 SG CuAg 1070-1080°C FH 21 / FH 30
S Cu 1898 SG CuSn 1020-1050°C  

Weitere Informationen: Einsatzbereiche | Verarbeitung