Elektrische Energie

– die vielseitigse Energieform, die wir kennen

Keine andere Energieform ist so vielfältig einsetzbar wie die Elektrizität. Wie ausgeführt, lässt sie sich beliebig in andere Formen überführen (mit Ausnahme vielleicht der Kernenergie; je nach dem, wie man die Vorgänge in einem Teilchenbeschleuniger betrachtet). Umgekehrt ist solch wertvolle Energie natürlich relativ teuer – schon, weil sie sich teilweise nur mit geringen Wirkungsgraden aus anderen Energieformen (Wärme) gewinnen lässt. Dies führt zu zwei nur dem Anschein nach gegenläufigen Tendenzen:

  • Stromspar-Maßnahmen werden gefordert und gefördert.
  • Gleichzeitig gilt es als fortschrittlich, andere Energieformen durch – dann aber wesentlich weniger – Elektrizität zu ersetzen. Das typische Beispiel hierfür ist der Ersatz konventioneller Heizkessel durch Wärmepumpen.

Daneben kann und soll vermehrt Elektrizität als Hilfsenergie eingesetzt werden, um durch Messung, Überwachung, Regelung und Fernwirktechnik andere Energieformen besser auszunutzen.

Denn ob es nun um Energiekostensenkung, Ressourcenschonung oder CO2-Vermeidung geht – unsere beste Energiequelle ist die Energie-Einsparung! Wer dabei keinen Verzicht leisten möchte, muss seine Prozesse effizienter gestalten, also Verluste vermeiden.

Was sind eigentlich Energie-Verluste? Die Physiker sagen doch, Energie könne niemals gewonnen oder verloren, sondern lediglich (in eine andere Energieform) umgewandelt werden, aber die Techniker reden dauernd von Energie-Verlusten. Was ist das denn nun für ein Verlust? Eine Art Yeti?

Nun, beide haben Recht. Der Physiker betrachtet die Sache »wertfrei« – die verlorene Energie ist selbstverständlich noch irgendwo vorhanden, wo sie aber für den Techniker »wertlos« ist, meist als Wärme, die sich in der Umwelt unwiederbringlich verteilt oder sogar ganz gezielt und bewusst unter Einsatz von Mühe und weiterer Energie dort verteilt wird, weil sie sich zum Zeitpunkt und am Ort ihrer Entstehung nicht wirtschaftlich nutzen lässt.

Wirklich nicht? Wo sitzen denn die wirtschaftlich umsetzbaren Potenziale in den verschiedenen elektrotechnischen Anwendungen? Wie groß sind sie in relativen und absoluten Zahlen? Wie lang oder kurz sind die Amortisationszeiten? Darum soll es hier gehen.