Wie »grün« ist der Schienenverkehr?

Autor: Stefan Fassbinder

Frage an Radio Eriwan: »Ist die Eisenbahn wirklich sparsam mit Energie?« – Antwort: »Im Prinzip ja.« Dennoch titelte das Bulletin SEV / VSE: »Deutsche Bahn will weiter Strom sparen.« Also wie viel Energie spart die Bahn denn im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern jetzt schon, und wie viel Potenzial ist noch drin? Wo liegen diese Potenziale, die noch erschlossen werden sollen?

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Bild 1: Was hier als Touristenattaktion »sinnlos verpulvert« wird…

Zum Fahrplanwechsel am 11.12.2011 hob die Deutsche Bahn AG ihre Fahrpreise um 4% an. Wie es im Rundfunk hieß, werde dies mit gestiegenen Energiekosten begründet – ungeachtet des Umstands, dass Hartmut Mehdorn, der damalige Chef der DB AG, erst einige Wochen zuvor bekannt gegeben hatte, Energiekosten machten im Haushalt der Bahn nur 3% der gesamten Kosten aus. Demnach müssen die Energiekosten seit der letzten Fahrpreis-Erhöhung um 133% gestiegen sein. Tatsächlich führte ein Sprecher 10% Kostensteigerung bei Strom und 20% bei Kraftstoffen ins Feld. Also irgendetwas stimmt hier nicht.

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Bild 2: …könnte 10 ICE3-Triebzüge treiben – im Sommer sogar als Doppelzüge

Auch gibt es zu denken, dass der letzte Wirtschaftsaufschwung, anders als vielleicht vielfach empfunden, während der Ölpreisspitze, die Wirtschaftskrise aber kurz nach dem Ölpreisverfall einsetzte, Letztere ausgelöst durch die Bankenkrise. Also sind wohl doch nicht Energien, sondern Kredite der wichtigste Rohstoff der Wirtschaft? Sollten dann die europäischen Bahnen weiterhin Energie einsparen, um ihr Wirtschafts-Ergebnis zu verbessern, oder hat dies keinen Sinn?

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