Oberschwingungen

– und noch immer kein Ende

Seit gut 25 Jahren schon liegt uns prinzipiell die Erkenntnis vor, dass sich die Veränderung der Verbrauchergewohnheiten über uns menschliche Verbraucher hinaus auch auf die an unseren Verteilnetzen betriebenen Verbrauchsmittel erstreckt. In der Praxis fehlt es jedoch manchmal noch immer an Detailkenntnissen darüber, was hier eigentlich »abgeht« und wie man am besten damit umgeht, damit man mögliche Probleme umgeht.

Die Rede ist von so genannten Oberschwingungen oder auch Harmonischen, die vorwiegend beim Betrieb elektronischer Betriebsmittel an Wechsel- und Drehstromnetzen entstehen. Sie stellen für diese Netze eine zusätzliche Beanspruchung dar, die es zuvor so nicht gab und für die unsere Netze folglich auch nicht ausgelegt waren, was schon für allerlei Überraschungen gut war. So kam es mitunter zu Korrosion am Blitzableiter, am Fundamenterder, an Wasserrohren, an Gasrohren und Armierungen, wo man bis dato derlei Probleme nicht gekannt hatte. PC-Netzwerke blieben um mehrere Größenordnungen hinter den versprochenen »Gigabits« zurück und stürzten öfter ab als die Polizei erlaubt. Manchmal wurden Neutralleiter heiß, in extremen Einzelfällen bis zum Brand, obwohl doch jede Elektrofachkraft weiß, dass sie einphasige Lasten nur zu gleichen Teilen auf die drei Außenleiter eines Drehstromnetzes verteilen muss, und schon ist der Neutralleiter stromlos. Eben das aber funktioniert heute nicht mehr unbedingt.