Bezeichnung Ms58

Für das so genannte Automatenmessing ist in der Praxis der Begriff "Ms58" immer noch verbreitet. Eigentlich ist es nicht mehr zulässig, dass heute immer noch von Ms58 gesprochen wird, da es diese Qualität nach Norm nicht mehr gibt. In DIN 17660, Ausgabe Aug. 1954, wird folgende Zusammensetzung des damaligen Ms 58 angegeben:

  • Cu 57-59.5; Pb 1-3; Zn Rest; Fe 0.5, Sn 0.3, Al 0.1, Mn 0.2, Ni 0.5, Sb 0.02, sonstige 0.2 max.


In diese Analyse passen zwar die heute zu verwendenden Werkstoffe hinein, jedoch erfolgte 1967 eine Aufteilung in drei Legierungsgrupppen und zunächst 5 Legierungen, was 1974 auf die heute noch vorhandenen 3 Legierungen reduziert wurde. Die Unterschiede zwischen den Werkstoffen CuZn39Pb2, CuZn39Pb3 und CuZn40Pb2 leiten sich aus ihren speziellen Einsatzgebieten her. Jeder dieser Werkstoffe wurde hinsichtlich bestimmter Verarbeitungsverfahren optimiert:

  • CuZn39Pb2 (CW612N nach EN, 2.0380 nach vorm. DIN): gut warmumformbar, begrenzt kaltumformbar (Biegen, Nieten, Bördeln); gut stanzbare Bohr- und Fräsqualität;
  • CuZn39Pb3 (CW614N nach EN, 2.0401 nach vorm. DIN): gut warmumformbar; Hauptlegierung für Bearbeitung auf Automaten;
  • CuZn40Pb2 (CW617N nach EN, 2.0402 nach vorm. DIN): gut warmumformbar, begrenzt kaltumformbar; Legierung für alle spanenden Bearbeitungsverfahren und genau gezogene Strangpreßprofile.

Für Trinkwasseranwendungen spielen geringe Unterschiede der technologischen Eigenschaften keine wesentliche Rolle. Regelwerke begrenzen zudem die Anzahl einsetzbarer Werkstoffe auch innerhalb der o.g. Gruppe.
Im Streitfall kann eine Benennung Ms58 erhebliche Probleme bereiten. Das so genannte Ms58 stellt einen verbreiteten Werkstoff dar, der praktisch immer ab Lager verfügbar ist. Daher wird Kunden häufig zu diesem Werkstoff geraten, obwohl eine genauer spezifizierte Qualität nach den geltenden Normen (s.o.) oder aber ein anderer, weniger gefragter Messingwerkstoff zuweilen geeigneter wäre.