ELV-Direktive für End-of-Life Vehicles

Die Richtlinie 2000/53 / EG zu Altautos (ELV-Direktive) beschränkt die Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Fahrzeugen. Die Richtlinie enthält eine Liste von Ausnahmen zu diesen Nutzungsbeschränkungen, die regelmäßig an den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt angepasst werden. Der Anpassungsprozess läuft über eine Revision (alle 4 bis 5 Jahre) der existierenden Richtlinie. Die betroffene Industrie muss ein technisches Dossier erarbeiten in dem eindeutig bzw. nachvollziehbar dargelegt wird, warum die Ausnahme benötigt wird. Dieses Dossier wird von einem Consulting-Konsortium kritisch begutachtet und mit der am Markt verfügbaren Literatur, Informationen bis hin zu Produkten, verglichen. Auf Basis dieser Bewertung macht der Consultant der EU-Kommission einen Vorschlag, ob die Ausnahme verlängert wird oder ausläuft. In der Regel folgt die Kommission dem Vorschlag. Die jetzige Ausnahmeregelung 3 “Copper alloy containing up to 4 % lead by weight” (Cu mit 4% Pb) ist bis 2021 gültig und wird gerade einer Revision unterzogen. Die diversen Arbeitsgruppen unter dem Schirm von ACEA (European Automobile Manufacturers’ Association) sind bereits aktiv für eine neue Bewertung der Situation bezüglich Alternativwerkstoffen auf dem Markt. ACEA hat eine Reihe an Voruntersuchungen mit neuen Pb-freien Werkstoffen durchgeführt. Die Ergebnisse sind in den Begleitbericht zu den Anfragen der Prüfer eingeflossen und eingereicht.

Was ist während der Revisionszeit zu tun?

In der Regel geht die Dauer der Revision deutlich über die Gültigkeitsdauer der Ausnahmen. Das wird dieses Mal auch nicht anders sein. Vor 2022 wird nicht erwartet, dass der Prozess abgeschlossen sein wird; noch weniger vor Juli 2021. So lange der Prozess läuft,  behält die Ausnahme ihre Gültigkeit. Sollte wider Erwarten die Kommission die Ausnahme nicht verlängern, dann greift eine Periode für die Umstellung, die zwischen zwölf Monaten und einigen Jahren  dauern kann.

Das Deutsche Kupferinstitut unterstützt und betreut die Automobilindustrie in Bezug auf die werkstofftechnischen Aspekte. Es informiert seine Mitglieder und koordiniert die Abstimmungsprozesse innerhalb des Kupfernetzwerkes regional, national und global.

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