Trennen

Bei Kupferwerkstoffen erfolgt das Trennen durch Sägen mit Bügelsägen, Metall-Bandsägen und durch Kaltkreissägen. Dabei gewinnt das Abtrennen mit Kaltkreissägen mehr und mehr an Bedeutung. Von den Vollstahlblättern wurde inzwischen auf Sägeblätter mit eingesetzten Zähnen aus Schnellarbeitsstahl oder Hartmetall übergegangen. Dabei empfehlen sich Spanwinkel g = 15° für zähe Werkstoffe (wie z.B. Kupfer, Kupfer-Nickel) und g = 5° sowie große Zähne bei kurzspanenden Werkstoffen. In beiden Fällen werden die Freiwinkel g = 8° gewählt. Alle Empfehlungen zur Schneidengeometrie gelten sowohl für HSS wie für HM. Bei Bandsägen werden die Winkel etwa 2° kleiner gewählt. Bei zähen Werkstoffen bewährte sich eine Unterteilung der Spanungsbreite durch abwechselnd zurückgeschliffene Zähne oder durch Teilung der Zähne in Vor- und Fertigschneider. Dabei spanen die ersten Zähne das mittlere Drittel des Sägespalts und die letzteren Zähne die äußeren Drittel der Schnittbreite. Das Sägen von Kupferwerkstoffen erfolgt mit intensiver Kühlung durch Emulsion. Bei kurzspanenden Werkstoffen ist die Emulsion zu überwachen, weil durch feine Flitter die Emulsion abgemagert werden kann.

Bleche und Bänder aus Kupfer und Kupferlegierungen werden im Allgemeinen nicht gesägt, sondern geschnitten. Das Schneiden geschieht mit Scheren, meistens Zirkularscheren, oder mit Schnittwerkzeugen in Pressen. Diese Zuschnitte werden nicht nur für eine weitere spanlose Formgebung, sondern für Rohlinge zur weiteren spanenden Fertigung hergestellt. Vor allem aus Bändern der gut spanenden Messingwerkstoffe CuZn38Pb2 und CuZn39Pb3 werden Rohlinge geschnitten, aus denen spanend Teile für Uhren und Messgeräte gefertigt werden. Infolge ihres hohen Bleigehaltes sind die bleihaltigen Kupfer-Zink-Legierungen gut für das Schneiden auf Pressen geeignet, da sie auch wegen ihrer hohen Härte wenig zur Gratbildung und zur Bildung von Aufbauschneiden neigen.

Da bei Kupferwerkstoffen die Entzündungstemperatur nicht unter der Schmelztemperatur liegt, ist ein autogenes Trennen wie bei den Stählen nicht möglich. Kupferwerkstoffe würden im Trennspalt anschmelzen und ergeben keinen sauberen Schnitt. Andererseits sind thermische Trennverfahren zugeschnitten auf das Schneiden großformatiger Bleche und Halbzeugformen, wie sie für Kupferwerkstoffe nur im geringen Umfang im Apparate- und Schiffbau vorkommen.

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